Die Polizei warnt vor aktuellen Betrugsmaschen

Nicht immer ist es das Enkelkind

Die Angriffe auf Seniorinnen und Senioren haben in den letzten Jahren stark zugenommen. In Kooperation mit der Polizei Dortmund haben Mitarbeitende der Bank für Kirche und Diakonie aktuelle Betrugsmaschen zusammengestellt und Tipps zum Schutz erarbeitet.

Interaktiv: Ausgabe 1 | 2021

1. Februar 2021

„Hallo Oma, ich bin’s“, tönt es aus dem Telefon. Jeder Angerufene sollte bei diesen Worten hellhörig werden. Und anstatt den Namen des geliebten Enkelkinds selbst zu sagen, besser einmal nachfragen, wie der Name des Anrufenden ist. Denn es ist ein Leichtes für jeden Anrufenden, den Namen des genannten Enkelkinds aufzunehmen und sich als dieses auszugeben. Und damit einzusteigen in einen der bösesten Trickbetrüge überhaupt. Dahinter steckt meist nicht das Kind von nebenan, sondern ganze Netzwerke von Betrügern. Auch wenn die Stimme des Anrufenden klingt wie die des eigenen Enkels – oder eines Bekannten – sollte die Vorsicht noch nicht schwinden. Besonders dann, wenn das Thema Geld angesprochen wird. Dann sollten, statt einer gut gemeinten Nächstenliebe, alle Alarmglocken klingeln.

Perfider Enkeltrick

Denn dann handelt es sich unter Umständen um den Enkeltrick. Er zielt darauf ab, bei dem Angerufenen Mitleid zu erregen oder ihn einzuschüchtern, um ihm dann eine meist hohe Geldsumme abzunehmen. Der Enkeltrick ist nicht der einzige Weg, über den Betrüger versuchen, an Ihr Geld oder Ihre Wertsachen zu gelangen. In unserer Übersicht sehen Sie häufig vorkommende Betrugsmaschen. Bitte denken Sie daran, dass die Trickbetrüger niemals ruhen und sich immer neue Möglichkeiten ausdenken, Menschen in die Irre zu führen, um sich selbst zu bereichern.

Übersicht häufiger Betrugsmaschen

  • Enkeltrick
  • Haustürentrick (als vermeintlicher Polizist, Beamter, der an die Haustür kommt, um beispielsweise Wertgegenstände und Bargeld zu sichern)
  • Schwangerentrick (auch an der Haustür, meist fragen hierbei schwangere Frauen an der Haustür nach einem Glas Wasser, ein Komplize durchsucht Ihr Haus, während Sie der vermeintlich Durstigen helfen wollen)
  • Ein angeblicher Bekannter ruft Sie an, um Ihnen zu erzählen, dass er einen Unfall hatte, und bittet Sie um finanzielle Hilfe.

Kriminalhauptkommissar Markus Schettke von der Polizei Dortmund (2.v.l.) informierte die Mitarbeitenden der Bank für Kirche und Diakonie über aktuelle Betrugsmaschen und gab Tipps und Hinweise zur Prävention und Vereitelung. Im Bild v.l.n.r. Rita Mohr, Markus Schettke, Mirco Becher, Manuel Meurer. Zugeschaltet waren weitere Kolleginnen und Kollegen der Standorte in Berlin und Dresden.

Geben Sie Betrügern keine Chance – zehn Tipps

  • Seien Sie misstrauisch bei unbekannten Nummern oder Nummern wie der 110 – die Polizei ruft Bürgerinnen und Bürger niemals darüber an.
  • Fragen Sie am Telefon immer nach dem Namen des Anrufenden – erraten Sie ihn nie!
  • Geben Sie am Telefon niemals Informationen zu Ihrer familiären oder finanziellen Situation preis.
  • Wenn Sie sich bei einem Anruf unwohl oder bedrängt fühlen, legen Sie auf. Wenn Ihnen gar gedroht wird, verständigen Sie sofort einen nahen Verwandten oder Bekannten, dessen Telefonnummer Sie auswendig kennen – oder direkt die Polizei.
  • Übergeben Sie niemals Wertgegenstände oder Geld an der Haustür – die Polizei wird Sie nicht danach fragen, denn sie schließt keine Wertgegenstände ein.
  • Überweisen Sie niemals eine hohe Geldsumme auf ein Konto eines angeblichen Verwandten oder Bekannten – versichern Sie sich zuvor immer mit einer Person, deren Telefonnummer Sie auswendig können oder die in Ihrer Nähe ist.
  • Ihr/e Bankberater/-in ist geschult, hohe Überweisungsaufträge zu hinterfragen, da sie/er die gängigen Betrugsmaschen kennt; sie/er handelt in Ihrem Sinne. Ihre Bank arbeitet mit keinen Betrügenden zusammen.
  • Lassen Sie Ihren Namen in öffentlichen Telefonbüchern streichen oder zumindest abkürzen – so fallen Sie den Tätern erst gar nicht als potenzielles Opfer auf. Alle Verwandten und Bekannten haben in der Regel Ihre Telefonnummer.
  • Bewahren Sie keine Wertsachen oder große Geldbeträge Zuhause auf.
  • Ihre Bank oder offizielle Stellen werden Sie niemals auffordern, Ihre PIN am Telefon preiszugeben.

Betrug mit Corona-Impfstoff

Heiß begehrt ist der Corona-Impfstoff. Das ruft Betrügende auf den Plan. Vermeintliche Mitarbeitende von Herstellern rufen an und versuchen, den Impfstoff für immens hohe Summen zu verkaufen – nach dem üblichen Betrugsmuster: Erst zahlen – dann die Ware. Wobei diese natürlich nicht kommt. Also, am besten einfach auflegen, falls jemand anruft und den Corona-Impfstoff verkaufen möchte. Die Impfung ist in Deutschland kostenlos und erfolgt nur an offiziellen Stellen.

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