Negativzins (Teil 2)

Fragen und Antworten zu den Verwahrentgelten der KD-Bank

Perspektiven berichtet seit einigen Jahren über die massiven Auswirkungen der Niedrig- und Negativzinsphase. Bis zum Sommer 2020 konnten wir mehr als 90 % unserer institutionellen Kunden und alle Privatkunden gänzlich von den Negativzinssätzen, die die EZB auf 0,5 % festgelegt hat und die die KD-Bank seit mehr als fünf Jahren entrichten muss, abschirmen und auch für liquide Mittel die „Nulllinie“ halten.

Interaktiv: Ausgabe 1 | 2021

1. Februar 2021

Im vergangenen Jahr haben sich die Bestände in den Produkten mit liquiden und kurzfristigen Mitteln – auch durch die Corona-Pandemie verstärkt – weiter deutlich erhöht. Da ein Ende der Negativzinsphase nicht abzusehen ist, werden wir in den nächsten Monaten Schritt für Schritt weitere Maßnahmen zur Einführung von Verwahrentgelten (negativen Zinsen) umsetzen. Wir möchten Ihnen die wichtigsten Fragen, wie wir diesen Prozess in den nächsten Monaten gestalten werden und welche Auswirkungen diese Schritte haben, beantworten.  

Für welche Kunden- und Produktgruppen wird es Verwahrentgelte geben?

Im institutionellen Geschäft betreffen die Regelungen alle Kunden, die mehr als 1 Mio. Euro auf Kontokorrentkonten sowie Gelder in kurzfristigen Produkten (IK-Kündigungsgelder) unterhalten. Bei den Privatkunden werden wir für Neukunden, die ab Februar 2021 zu uns wechseln, und für neue Konten von Bestandskunden ab einem Betrag von 100.000 Euro pro Person auf Giro- und Tagesgeldkonten ein Verwahrentgelt erheben.

Institutionelle Kunden

Institutionelle Kunden

Für welche Produkte wird das Verwahrentgelt erhoben? Wie hoch ist das Verwahrentgelt?

Das Verwahrentgelt für die IK-Kontokorrentkonten beträgt aktuell - 0,5 % pro Jahr. Die Höhe ist variabel und orientiert sich an den Veränderungen des Einlagesatzes der EZB.

Pro Kunde haben wir grundsätzlich einen Freibetrag von 1 Mio. Euro vorgesehen. Ab dem 15. Februar 2021 werden wir zudem mit der Verzinsung von IK-Kündigungsgeldern mit den Kündigungsfristen von 35 bis 89 Tagen (zu einem Zinssatz von - 0,25 % pro Jahr und einem Freibetrag von 500.000 Euro) und 90 bis 179 Tagen (zu einem Zinssatz von - 0,2 % pro Jahr, ohne Freibetrag) in den negativen Bereich gehen.

Gibt es Produkte, die nicht mehr oder nur eingeschränkt angeboten werden?
Wir bieten seit März 2019 keine Eröffnung von neuen Sparkonten mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten für Institutionen mehr an. Zudem haben wir einen Höchstbetrag von 500.000 Euro pro Kunde eingeführt und behalten uns darüber hinaus vor, mittelfristig auch Guthaben auf IK-Sparkonten von Seiten der Bank zu kündigen.

Welche Alternativen zum Verwahrentgelt bestehen für institutionelle Kunden?
Grundsätzlich werden kurz- und mittelfristige Geldanlagen im Firmenkundengeschäft in Deutschland aktuell negativ verzinst. Nach unserer Einschätzung sind die Konditionen der KD-Bank marktüblich. Wenn Sie Verwahrentgelte und negative Zinsen umgehen wollen, halten wir bei vielen Kunden die Reduzierung der Liquiditätshaltung und eine grundsätzliche Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen für sinnvoll.

Privatkunden

Privatkunden

Warum unterscheidet die KD-Bank bei Privatkunden zwischen Neukunden und Bestandskunden?
Die Bank hat sich dazu entschieden, im ersten Schritt grundsätzlich nur bei Kunden, die ab Februar 2021 zur KD-Bank wechseln, und bei neuen Konten von Bestandskunden Verwahrentgelte einzuführen. Wir möchten mit diesem Schritt verhindern, dass Menschen ausschließlich zur KD-Bank wechseln, weil wir noch keine Verwahrentgelte erheben.

Welche Regelungen gelten für Neukunden ab Februar 2021?

Bei Kundinnen und Kunden, die ab Februar 2021 zu uns wechseln, werden wir bei unseren Girokonten und den Tagesgeldern ab einem Volumen von insgesamt 100.000 Euro pro Person Verwahrentgelte erheben.

Welche Regelungen gelten für Bestandskunden?
Bei unseren Kundinnen und Kunden, die uns zum Teil seit Jahrzehnten die Treue halten, verzichten wir bei bestehenden Konten aktuell – anders als viele andere Banken – auf Verwahrentgelte. Das gesamte Volumen der liquiden Mittel im Privatkundengeschäft ist im Vergleich zu unserem institutionellen Kundengeschäft überschaubar. Hinzu kommt, dass wir durch aktive Ansprache und Beratung vielen Kunden bereits bessere Lösungen bieten konnten. Für neue Konten, die unsere Bestandskunden ab Februar 2021 anlegen, gelten die gleichen Regelungen wie für Neukunden. Eine Ausnahme sind Privatkundinnen und Privatkunden, deren Anlagevolumina auf Girokonten und Tagesgeldern sich im Bereich der Institutionellen Kunden, die Verwahrentgelte entrichten müssen, bewegen. Hier werden wir im Einzelfall Lösungen suchen und individuelle Absprachen treffen.

Gibt es Produkte, die nicht mehr angeboten werden können?

Wir werden auch bei den Privatkunden Einschränkungen vornehmen und keine neuen Sparkonten mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten eröffnen. Bestandsprodukte sind aktuell nicht betroffen.

Welche Alternativen zum Verwahrentgelt bestehen für Privatkunden?
Spätestens seit dem vergangenen Jahr wird auch für die Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland immer deutlicher, dass die Haltung von Liquidität nicht nur keine Zinserträge bringt, sondern bei größeren Beträgen zunehmend zu einer finanziellen Belastung führt. Häufig sind die liquiden Mittel jedoch gar nicht erforderlich, um den Lebensunterhalt zu decken oder Anschaffungen zu tätigen. Sie sind nach unserer Erfahrung oft das Ergebnis von Unsicherheit und einer fehlenden Kenntnis über Anlagealternativen. Darum suchen wir das Gespräch mit Ihnen, wenn Sie größere Beträge auf Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonten unterhalten. Wir bieten Ihnen eine nachhaltige Anlageberatung und Fondslösungen, die ethische, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Wir freuen uns, wenn Sie unser Beratungsangebot annehmen und wir eine passende Lösung für Sie finden
können.

Ist ein Ende der Negativzinsphase abzusehen und welche weiteren Maßnahmen sind geplant? Wir sehen es als unseren Auftrag an, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen unserer Kundinnen und Kunden, den Eigentümern der Bank und uns herzustellen. Wir möchten offen mit Ihnen umgehen und können daher aktuell keine verlässlichen Aussagen darüber treffen, ob die Maßnahmen, die wir im ersten Quartal 2021 einleiten, ausreichen werden, um die zusätzlichen Kosten zu decken, die uns durch die erhöhte Liquidität auf den Kundenkonten entsteht. Wesentliche Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, sind die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, die wirtschaftliche Situation in Deutschland und der EU sowie die Zinspolitik der EZB in den kommenden Monaten und Jahren. Aber auch das Verhalten von Ihnen, unseren Kundinnen und Kunden, beeinflusst die Notwendigkeit von Maßnahmen. Je mehr langfristige Gelder Sie bei uns anlegen werden, desto weniger notwendig wird es zukünftig sein, weitere Maßnahmen, wie die Schließung von Produkten, die Senkung von Freibeträgen und die Vereinnahmung von Verwahrentgelten, zu ergreifen. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn die Kundinnen und Kunden, die entsprechende Dispositionsspielräume haben, unsere vielfältigen Beratungsangebote annehmen und mit uns über eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen sprechen, getreu unserem Motto: Gemeinsam handeln – Gutes bewirken!

Lassen Sie sich beraten!

Kommen Sie mit uns ins Gespräch und lassen Sie uns gemeinsam alle Optionen beleuchten.  

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